Beim strukturellen Design von Abzweigkabeln (insbesondere solchen, die für FTTH-Teilnehmerverbindungen und vertikale Gebäudeverkabelung verwendet werden) wird großer Wert auf hohe Biegeunempfindlichkeit, einfache Installation und umweltfreundliche Flammschutzstandards gelegt. Während die EU ihre digitalen Ziele der „Gigabit-Gesellschaft“ vorantreibt, verschiebt sich die Anwendungslandschaft hin zu einem hohen Maß an Vorfertigung, Miniaturisierung und Anpassungsfähigkeit für ältere Gebäude.
I. Kernstrukturmerkmale:Die Designs europäischer Abzweigkabel sind umfassend für die vielfältigen und komplexen architektonischen Umgebungen der Region optimiert: Außergewöhnliche Biegeunempfindlichkeit: Um die engen Korridore, engen Ecken und komplexen Leitungsanforderungen in historischen Gebäuden Europas zu bewältigen, verwenden Kabel häufig G.657.A1- oder G.657.A2/B-konforme Fasern, was selbst bei sehr engen Biegeradien minimale zusätzliche Signalverluste ermöglicht. Flache (Bogen-) und runde Kabelstrukturen: Der gebräuchlichste Typ ist das „Flachkabel“ (oder „Bogenkabel“) für den Innen-/Außenbereich mit einer zentralen Fasereinheit, die von parallelen FRP- oder Stahlverstärkungselementen flankiert wird. Für die verdeckte Verkabelung werden in Ländern wie Schweden und Frankreich auch Nano-/Mikro-Rundkabel mit Durchmessern unter 2 mm eingesetzt. Umwelt- und Brandschutznormen (LSZH und CPR): Die europäischen Brandschutzbestimmungen für Gebäude sind äußerst streng. Außenmäntel bestehen in der Regel aus raucharmen und halogenfreien Materialien (LSZH) und müssen den vorgeschriebenen Flammschutzklassen gemäß der Bauproduktenverordnung (CPR) entsprechen, um die Freisetzung giftiger Gase zu verhindern und die Rauchentwicklung während eines Brandes zu minimieren. Einfaches Abisolieren und Vorkonfektionieren: Um die Arbeitskosten zu senken, legen die Konstruktionen Wert auf einfaches Abisolieren. Viele Kabel sind werkseitig an einem oder beiden Enden mit SC- oder LC-Steckern konfektioniert, wodurch die Notwendigkeit von Fusionsspleißen vor Ort deutlich reduziert wird.
II. Wichtige Anwendungsszenarien:Die „letzten 50 Meter“ der FTTH-Verbindungen: Anschluss der Glasfaserverteilerbox an das Optical Network Terminal (ONT) des Benutzers. Die Installationsmethoden variieren stark und umfassen die direkte Leitungsverlegung, Wandbefestigung, verdeckte Verlegung hinter Fußleisten und Lufteinführung (unter Verwendung selbsttragender Kabel mit Tragseilen). * **Vertikale Verkabelung in Mehrfamilienhäusern (Multi-Dwelling Units, MDUs):** In vielen europäischen Städten fehlt in älteren Wohngebäuden ausreichend Platz in vertikalen Versorgungsschächten. Drop-Kabel werden häufig in vertikalen Steigleitungen oder für die Verlegung vom Keller zu einzelnen Etagen verwendet und erfordern die Fähigkeit, erheblichen Zugbelastungen standzuhalten und scharfe Kurven zu bewältigen.
* **Eingriffsfreie Nachrüstung denkmalgeschützter Gebäude:** Bei denkmalgeschützten historischen Gebäuden ermöglichen „ultraunsichtbare“ Glasfaserkabel, die mit speziellen Klebstoffen direkt an Wänden oder Türrahmen befestigt werden und praktisch nicht wahrnehmbar sind, Hochgeschwindigkeitsverbindungen bei gleichzeitiger Wahrung der architektonischen Integrität des Gebäudes.
III. Markt- und Anwendungsausblick
* **Steigende Abdeckung führt zu massiver Nachfrage:** Nationale Breitbandstrategien in der gesamten EU erstrecken sich auf ländliche und abgelegene Gebiete. Während nordische Länder (wie Schweden) bereits eine weitverbreitete Einführung von Fiber-to-the-Premises (FTTP) erreicht haben, befinden sich Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien derzeit in einer Phase der intensiven Einführung von FTTH-Netzwerken.
* **Einführung der Air-Blown-Fibre-Technologie:** Vorangetrieben durch lokale Glasfaserunternehmen in Frankreich und Großbritannien (wie Nexans und Hexatronic) ist die Praxis der Vorinstallation von Mikrorohren und der anschließenden Bereitstellung von Drop-Kabeln durch Air-Blown in Europa weit verbreitet. Diese Methode macht Netzwerkerweiterungen und -upgrades äußerst komfortabel.
* **Standardisierung:** Das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) und das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) haben detaillierte technische Richtlinien für Glasfaserkabel für Zugangsnetzwerke erstellt, um die Interoperabilität und hohe Qualität von Drop-Kabel-Designs in ganz Europa sicherzustellen.
Julia Liu
Internationale Marketingabteilung.